Gemeinschaft mit der Welt

Der Weg, den wir gehen müssen, um zur Gemeinschaft mit der Welt zu kommen, führt nicht nach außen, sondern nach innen. Es muss uns endlich wieder einfallen, dass wir ja nicht bloß Stücke der Welt wahrnehmen, sondern dass wir selbst ein Stück Welt sind. Wer die Blume ganz erfassen könnte, hätte die Welt erfasst. Nun denn: kehren wir ganz in uns selbst zurück, dann haben wir das Weltall leibhaftig gefunden.

Gustav Landauer in „Skepsis und Mystik

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Mehr Tage als einen

Es gibt mehr Tage als einen. Es gibt den Tag der Seele und den Tag Gottes. Ein Tag vor sechs oder sieben Tagen oder vor mehr als sechstausend Jahren ist der Gegenwart ebenso nah wie der gestrige Tag. Warum? Weil alle Zeit im Nu des gegenwärtigen Augenblicks enthalten ist. Der Tag der Seele fällt in diese Zeit und besteht aus dem natürlichen Licht, in dem Dinge gesehen werden. Der Tag Gottes ist jedoch der vollständige Tag, der Tag und Nacht umfasst. Er ist der wirkliche jetzige Augenblick. Vergangenheit und Zukunft sind beide weit von Gott entfernt und seinem Wege fremd.

Meister Eckhart

Durch Mystik verstehen

Sie verlangen zu wissen, was man eigentlich durch die Mystik verstehe. Ich antworte: Das kann keiner recht sagen, oder er muss selbst ein Mystiker sein, und keiner gebührend verstehen, wo er nicht selbst auf dem Wege ist, ein solcher zu werden.

Gerhard Tersteegen (1697 – 1769)